Deutscher Cold Case -Blog
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nicht sagen wie viele Fälle gelöst sind. Ich möchte mit diesem Blog Einblick in die
ungelösten sowie gelösten Fälle geben. Um die Opfer nicht zu vergessen.
Grevenbroich Hemmerden: Claudia R. kehrt nach Gassi Runde nicht zurück.
Seid (1996) ungeklärt
• Am 11. Mai 1996 kehrt die damals elfjährige Claudia R. nicht von einem
Spaziergang mit dem Nachbarshund zurück.
• Zwei Tage später wird die Leiche des Mädchens rund 70 Kilometer von ihrem
Elternhaus auf einem Feldweg entdeckt.
Der Mord an Claudia R.
Was ist mit Claudia R. passiert?
Es ist Samstag ein Tag vor Muttertag. Am 11 Mai 1996 kehrt Claudia R. vom Gassigehen
mit dem Nachbarshund (DJ) nicht nach Hause zurück. Zwei Tage später wird ihre Leiche auf
einen Feldweg bei Oberwichterich vergewaltigt und ermordet aufgefunden.
Dieser Fall ist seit 30 Jahren ein Cold Case. Dennoch wird bis heute ermittelt.
Ich habe zu diesem Fall von Claudia R. aus verschiedenen öffentlichen zugänglichen
Quellen recheriert. Und Informationen dazu gefunden.
Das Verschwinden:
Die damals 11-jährige Claudia R. kam von von ihrer Gassi Runde gegen 18.00 Uhr nicht
zurück. Nachdem ihr Nachbars Hund gegen 18.50 Uhr allein den Weg zurückgefunden hatte
und völlig verstört, ankam wurde die Polizei eingeschaltet. Die Ermittlung begann am selben
Tag. Rund 100 Polizisten suchten damals nach dem Mädchen in der Umgebung ab. Claudias
Eltern und Nachbarn suchten bis spät in die Nacht. Zunächst erfolglos.
Der Fund:
Nach 48 Stunden wurde die Leiche von einem 43-jährigen Spaziergänger einem
Dorfbewohner auf einem Feld bei Oberwichterich gefunden. Der Fundort ist etwa 70 km vom
Ort des Verschwindens entfernt.
Die Tat:
Unklar ist, ob der Täter Claudia R. erdrosselt oder erwürgt hat. Das mögliche Tatwerkzeug
könnte die Hundeleine sein sie wurde nicht gefunden. Die Leiche wurde mit einer brennbaren
Flüssigkeit übergossen. Das Gesicht war kaum noch wieder zu erkennen. Die Todesursache
„schwere Gewalteinwirkungen im Halsbereich“ Die Ermittler sind sich einig das der
Fundort nicht der Tatort ist. Claudias Leiche wurde auf dem Bauch liegend im Feld gefunden.
Laut Experten wurde der Leichnam auf dem Rücken zum Fundort transportiert.
Auf der Suche nach dem Täter:
Im Mai und Juni 1996 begann die Suche nach dem Täter. Viele Hinweise gehen ein. Eine
Spur führte zu Reifenabdrücke die Ermittler auf dem Feldweg gesichert hatten. Es stellte sich
als Sackgasse heraus da der Täter die Leiche nackt abgelegt hatte und jede Spur der Kleidung
des Mädchens fehlt.
Beamte kauften die gleiche Kleidung die Claudia R. getragen hatte, eine dunkelblaue
Kapuzenjacke mit Streifen, schwarze Jeans, karierte Leinensportschuhe, und ziehen
sie einer Schaufensterpuppe an:
Am Kopf der Puppe wird ein Foto von Claudias Gesicht befestigt.
Die Bilder wurden in Zeitungen veröffentlicht. Plakate an Bussen, Bahnen, und an
öffentlichen Gebäuden aufgehangen. Polizisten gingen von Haus zu Haus und verteilten
Flugblätter.
Ein versuchter Entführungsfall wird mit dem Fall in Verbindung gebracht. Ein Mädchen wird
auf dem Weg zur Schule von einem Mann angesprochen und versucht ins Auto zu zerren. Sie
wehrt sich, kann sich befreien und weglaufen. In wenigen Wochen steht für die Ermittler fest:
die Fälle haben nichts miteinander zu tun.
Im Juli 1997 wird der Fall von Claudia R. in der Fernsehsendung XY ungelöst ausgestrahlt.
Zum ersten Mal wird das Internet genutzt, um an Hinweise zu kommen. Aber auch diese
Spuren enden in einer Sackgasse.
Der Fall wird zum Cold Case.
Keine weiteren Zeugenaussagen wie sich die Tat abgespielt hat. Anhaltspunkte gab es
weiterhin. Das sich Claudia womöglich an einem anderen Ort aufgehalten hat am
Kinderspielplatz oder Kiosk.
Fragen bleiben zurück:
An welchem Ort war die Entführung?
Wie verhielt sich der Täter nach der Tat?
Hat sich jemand verdächtig verhalten?
Die Polizei kann nicht ausschließen das die Tat sich in Hemmerden abgespielt hat. Oder ob
das Mädchen abtransportiert, wurde.
Festnahme des vermutlichen Täters
Die Ermittler befragten einen verdächtigten zweifachen Kindesmörder aus dem Raum
Cloppenburg. Er ist der zweite Straftäter, der in Deutschland mit einem DNA-Massentest
überführt wurde. Für den Mord an Claudia R. kommt er laut Ermittler nicht infrage.
Die Spurenlage verbessert sich im Jahre 2008, als Experten DNA Spuren an Claudia R.
sichern konnten. Der erste Massen-Gentest im Fall Claudia R. wurde bei 350 Menschen
durchgeführt, und 2010 zur Speichelprobe gebeten. Es gab jedoch keine Treffer.
Auch acht Jahre später durch DNA – Reihenuntersuchungsbeschlusses an 120 Personen, die
zum Tatzeitpunkt im Großraum Euskirchen und Grevenbroich gewohnt haben und als
Sexualstraftäter in Erscheinung getreten waren , wurden überprüft. Kein Treffer.
Apell des Vaters:
,,Bitte helfen sie der Polizei. Bitte helfen sie mir", sagte Claudias Vater, Friedhelm R. 2019
in einem Video. Das Video wurde vorab eines Massen-Gentest aufgenommen. Die Polizei
verspürte Hoffnung aus zwei Gründen, dem Täter auf die Spur zu kommen. Man wisse,
warum die Leiche in Euskirchen abgelegt wurde, dies könne man aber aus taktischen
Gründen noch nicht verraten, sagt Reinhold Jordan Leiter der Bonner Mordkommission. Die
Ermittler nutzten eine Gesetzesänderung. Nun wäre es auch möglich eine Speichelprobe eines
verwandten des Täters abzugeben.
Seit 2017 dürfen DNA-Analyselabore auch bei beinahe Treffer Alarm schlagen.
Im Winter 2019 gingen 2400 Speichelproben von Männern, die damals zwischen 14 und 70
Jahre alt waren und in Hemmerden gemeldet waren, ans Landeskriminalamt. Claudias Vater
sagte in dem Video ,,Er muss sich endlich aufklären. Er hat sich lange genug hinter uns allen
verstecken können", mit Zittriger Stimme sagte Friedhelm." Er habe sein Haus in
Hemmerden gebaut, weil er gedacht habe, dass seine Kinder behütet aufwaschen können."
Das war leider nicht so. "
Alle 2400 Speichelproben aus dem Jahr 2019 wurden abgearbeitet ohne Treffer. Die Polizei
geht bis heute Spuren nach. Die Aktenorder füllen sich weiter, auch wenn nur langsam aber
der Wunsch besteht, heute noch den Täter zu überführen. Auch gäbe es noch zehn
Rechtshilfeersuchen unter anderem in Portugal und den USA Großbritannien.
In einem Fall habe man jüngst grünes Licht für ein solches Rechtshilfeersuchen erhalten – um
dann feststellen zu müssen, dass der Mann zwischenzeitlich verstorben sei. Nun wird geprüft,
ob von den Familienmitgliedern des Verstorbenen eine DNA-Probe beantragt werden kann.
(stand 10. Februar 2022)
Der Fall - Claudia R. wird nicht vergessen es wird weiter ermittelt.
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