Deutscher Cold Case–Blog- Der Fall - Felix H.

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Der Fall Felix H. 


Liebe Leser, ein Kriminalfall wird zum Cold Case, wenn die aktiven Ermittlungen der Polizei eingestellt wurden, weil es keine neuen Hinweise oder Verdächtigen mehr gibt und der Fall zu den Akten gelegt wurde. 
Ich möchte mit diesem Blog Einblick in die ungelösten sowie gelösten Fälle geben. Um die Opfer nicht zu vergessen. 

Oftersheim / Bühlertal: Felix H. spurlos verschwunden nach Vater Wochenende Seit
 (06.01.2006) ungeklärt. 

Was ist mit Felix H. passiert? 

Felix H. geboren am 8. April 2003. Lebend bei seiner Mutter Manuela J. Wird am Freitag, den 6. Januar 2006 Heilige drei Könige (Feiertag) von seinem Vater Michael H. in Oftersheim abgeholt. Die Eltern sind getrennt seit November 2003. Die Scheidung war im Jahre 2005. Beide Eltern hatten das gemeinsame Sorgerecht. Das Besuchsrecht übte der Vater sehr unzuverlässig aus. Er hielt sich an keine festen Zeiten. Am besagten Tag wollte der kleine Felix nicht mit seinem Vater mitgehen. Schließlich beruhigte sich die Situation und er ging mit Michael mit. Vater und Sohn wurden beide an der Grillhütte im Oftersheimer Wald gesehen. Am 8 Januar fehlt von Felix wie auch von Michael jeder Spur. Anrufe sowie das Vorbeischauen an die Wohnungstür scheitern. Die Mutter erstattet Anzeige auf Verdacht der Kindesentziehung.  
In der Einzimmerwohnung fanden die Beamten zwei aufällig platzierte Bücher im Bett von Michael H. Es handelte sich um Suizidmethoden.

Michael hatte 2000 einen Suizidversuch hinter sich mit 3Tagen Stationärer Behandlung, brach aber ab.

Die Bücher gaben den Startschuss der Ermittlung, im Nachhinein könnte man sie auch anders deuten als bewusst gelegter Hinweis. 

 Am 10 Januar identifiziert die Polizei auf den Parkplatz Wiedenfelsen im Bühlertal, im Nordschwarzwald einen weißen Opel Atra von Micheal H. über hundert Kilometer von Oftersheim entfernt. Später stellte sich heraus, dass eine Taxifahrerin und eine Polizeistreife das Auto in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar und morgens am 7. Januar gesehen hatten. Somit stand das Auto die ganze Zeit dort.

 Die Suche nach Felix H. beginnt:

Am 11. Januar beginnt die Suche. Mit zahlreichen Suchhunden und einen Hubschrauber. Neben dem Wagen wird eine Mülltüte mit Blutspritzern gefunden. Im Schnee weitere Blutspuren. Sie gehören zu Michael H. 300 Meter vom Parkplatz entfernt entdecken die Suchtrupps am 13. Januar einen Unterstand einen Schlaf oder Aufenthaltsstätte die leicht zu finden ist. Man findet dort eine Herrenjacke, ein Kinderhandschuh, ein Schnuller, ein Rucksack, Personalausweis, EC-Karte, leere Schnapsflaschen, eine leere Packung Schlaftabletten. Und auf der Rückseite einer Führerscheinkopie in der Jackentasche, mit Bleistift geschrieben, ein Brief an Manuela.

 Er habe versucht, ihre Erwartungen zu erfüllen, schreibt Michael H. Er liebe Felix viel zu sehr, um ihn bei der Mutter oder den Großeltern zu lassen. Zu sehr um ihn am Leben zu lassen, aber auch zu sehr, um ihm etwas anzutun. Ein Psychologe konnte nicht eindeutig klären, ob es ein Abschiedsbrief war. Von Felix findet man nur einen Kinderhandschuh keine weiteren Spuren.

 Zeugenaussagen: 
Eine Zeugin gab an Michael H. und Felix am 11. Januar um 17:30 Uhr im Supermarkt in Bühl gesehen zu haben. Sie bemerkte schmutzige Hände. Zwei weitere unabhängige Zeugen beobachten am 13. Januar um 7:20 und 7:25 Uhr einen Mann mit einem kleinen Jungen auf französischer Seite am Grenzübergang Staustufe Iffezheim zu Fuß, kein Auto wurde gesehen. Am 18. Januar meldet ein weiterer Verkehrsteilnehmer die Sichtung an derselben Stelle.

 Der Fund: 
Am 26. Februar entdeckt ein Hund eines Spaziergängers eine Leiche am Gertelbacher Wasserfall. 300 Meter vom Parkplatz, auf dem Michael H. Auto stand. Es ist seine Leiche, das Gesicht bereits von Wildtieren angenagt. Die Obduktion ergab in Freiburg: Tod durch Brustverletzungen nach einem Sturz, möglicherweise unter Medikamenteneinfluss. Das Blut und Urin waren alkoholfrei. Eine Einstichstelle am Handgelenk wird nicht untersucht. Die Staatsanwaltschaft lehnte den Auftrag ab. 

Doch wo ist Felix H.?
 Fünf Leichenspürhunde der Kriminalpolizei Karlsruhe durchsuchen im April das Gebiet ohne Ergebnis. Der Boden war Wochen lang eingefroren, ein Ausheben eines Grabes wäre unmöglich gewesen.

 Die Schlussfolgerung der Großeltern und ihrer privaten Suchinitiative ist eindeutig: Felix war nie im Schwarzwald. 

Michael H. 
Im Jahr 1997 besuchte MH ein 7-wöchiges Seminar in der Gruppe* ZGG* in Portugal. Nach der Zeit war sein Wesen, seine Einstellung zur Umwelt, sein Lebensstil ganz anders. Er besuchte im Schwarzwald das Wassermannzentrum. Seit 1999 wurde es unter dem Namen Lichtnetz Europa weitergeführt. Zu welchen Sektengruppen er Kontakt hielt ist unbekannt. 

Im Schwarzwald gibt es viele Gruppierungen die als Sekten bekannt sind. Michael kannte sich im Schwarzwald bestens aus. 

Die Großeltern sind überzeugt, Michael H. ließ sich ihrer Ansicht nach vom Parkplatz, Wiedenfelsen von einer dritten Person abholen und übergab Felix an eine bis heute unbekannte Person. Ob es bewusst gelegte und vorbereitete Fährten waren die Michael H. hinterlassen hat, Blutspuren, der Unterstand, der Brief. 

Die Suche der Initiative konzentriert sich deshalb auf das Dreieck Süddeutschland, Frankreich, Schweiz.  

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